Monströse Puppen – fürchterlich teuer und beängstigend stereotyp

Im Urlaub ist Zeit, den Kindern bei ihren Unterhaltungen zuzuhören. Nur leider versteht man sehr oft gar nicht, wovon genau die Rede ist. So versuchte ich mir eine Weile lang selber einen Reim auf sogenannte „Monster Hais“ zu machen, die gerade sehr beliebt sein sollten. Vergeblich. Erst Google brachte nach einigen Fehlversuchen die Erkenntnis, dass es sich nicht um Raubfische oder den letzten Schrei aus Japan handelt, sondern um Puppen aus der „Monster High“ – der jüngste Mattel-Coup.

Neugierig geworden, was dort für zwischen 20 und 40 Euro (eines der Kinder berichtete von einem Monster-High-Kauf) angeboten wird, landete ich zunächst bei Amazon. Bereits dort wurden ungute Befürchtungen bestätigt: Es sind Barbie-ähnliche Puppen, denen aber noch einige Manga-Attribute hinzugefügt wurden – zu unnatürlich langen, dünnen Beinen, Armen und Oberkörper mit beträchtlicher Oberweite kommen übergroße Köpfe und selbst für diese unverhältnismäßig riesige Augen. Wie die Barbie-Puppen werden auch die „Monster High“-Puppen von Mattel hergestellt. Der entscheidende Unterschied ist, dass es sich bei „Monster High“ um die angeblichen Nachkommen verschiedener Fantasy- und Horrorfiguren handelt. Es gibt dementsprechend verschiedene Charaktere mit verschiedenem Aussehen: „Draculaura“ ist zum Beispiel die Tochter von Graf Dracula, einige der Figuren haben als Eltern schlicht „die Geister“ oder „die Zombies“.

Nun könnte man ja von dieser Fantasy-Erweiterung der langweiligen Barbie-Puppe auch Positives erwarten: Immerhin lässt dieser Bezugsrahmen, wie der Name schon sagt, eine Menge Fantasie zu. Was wird daraus gemacht? Zum größten Teil werden wieder Stereotype reproduziert, die selbst Barbie in einem sanften Licht erscheinen lassen – immerhin ist Barbie eine alleinstehende Frau mit eigenem Geld und eigenem Auto, die ihre Liebhaber („Ken“) aus eigenem Antrieb ablegt, wenn sie ihr nicht passen.

Zunächst fallen an den Monsterpuppen, die keineswegs wie Monster aussehen, die körperlichen Eigenschaften auf, die ja schon Barbie eine Menge Kritik eingebracht hatten: Ein unglaublich dünner Körper mit großen Brüsten – aber im Gegensatz zu Barbie sollen diese Figuren um die 15 Jahre alt sein! Klar ist, dass sich jedes Mädchen, das dieses Aussehen als eine Art Ideal akzeptiert, im Vergleich als dick, klein und mit viel zu kleinen Brüsten ausgestattet empfinden muss.

Aber die Puppen kommen nicht nur mit ihrem Aussehen, es wird auch eine komplette Geschichte dazugeliefert, über welche man sich auf der Website informieren kann. Dort finden sich Steckbriefe der einzelnen Figuren. Der weitaus größte Textanteil und die größte Gewichtung wird dabei auf den „Killer Style“ und die „Freaky Flaws“ gelegt. Der „Killer Style“ betrifft das Verhältnis zur Mode. So erfahren wir über „Frankie Stein“ (die Tochter von Frankenstein):

My friends say I have the perfect figure for fashion. I’m not really sure what that means yet, but they’ve taken me shopping for some scary cute clothes that are absolutely to die for.

(Grob übersetzt: Meine Freunde sagen, ich hätte die perfekte Figur für Mode. Ich bin noch nicht sicher, was das genau heißt, aber sie haben mich zum Einkaufen einiger fürchterlich süßer Sachen mitgenommen, für die man sterben könnte.“)

So weit, so oberflächlich. Gut, aber was hat es mit dem Monster-Element auf sich? Jede der Figuren hat ein „Freaky Flaw“. Diese „Freaky Flaws“ sind das Erbe der Eltern und ihrer Charakteristika. Allerdings wird aus diesen mal mehr, mal weniger interessanten Eigenschaften der Fantasy-Figuren in der „Monster High“ ebenfalls vor allem ein Modeproblem: Draculaura kann sich nicht im Spiegel ansehen, die schreckliche Konsequenz ist, dass sie oft nicht weiß, ob ihre Kleidung und ihr Make-up „just right“ sind. „Clawdeen Wolf“ (die Tochter des Werwolfs) hat sehr viele Haare an den Beinen, so dass Zupfen und Rasieren ein Vollzeitjob für sie sind – was aber nach ihrer Einschätzung ein geringer Preis dafür sei, „scarily fabulous“, also beängstigend fabelhaft auszusehen. „Lagoona Blue“ (die Tochter des Seemonsters) bekommt leicht trockene Haut, wenn sie zu lange nicht im Wasser war, so dass sie sehr viel Feuchtigkeitscreme braucht. Und so weiter.

Wer angesichts dieser Stereotypisierung von Mädchen und ihrer herausragenden Eigenschaften die Stirn runzelt, dem seien aber an dieser Stelle noch die männlichen Charaktere ans Herz gelegt. Derer gibt es vier (die anderen sechzehn sind Mädchen): „Clawd Wolf“ (Sohn des Werwolfs), „Deuce Gordon“ (Sohn der Medusa), „Holt Hyde“ (Sohn von Mr. und Mrs. Hyde) und „Jackson Jekyll“ (Sohn von Dr. und Mrs. Jekyll). Interessanterweise sind deren „Freaky Flaws“ etwas anderer Natur als die Aussehensprobleme der Monstertöchter. Jackson Jekyll ist zwiespältig und daher nicht sehr verlässlich. Holt Hyde hat ein unberechenbares Temperament und stößt damit Leute vor den Kopf. Deuce Gordon darf seine Sonnenbrille nicht abnehmen, da er sonst Menschen zu Stein erstarren lassen würde. Allein Clawd Wolf hat ebenfalls Behaarungsprobleme, die aber nicht vorrangig ihn, sondern seine Familie betreffen, da sie immer eine Dusche voller Haare vorfinden. Als wäre dies nicht genug der Geschlechterstereotypisierung, findet man dann auf der Webseite dann auch noch eine „Monster High Honor Roll“ an deren Spitze natürlich einer der Jungen, nämlich Deuce Gordon, steht – gleichzeitig ist er im Übrigen auch der erfolgreichste Sportler der Monster High.

Tja – also wieder ein Spielzeug mehr auf dem Markt, das Mädchen vermittelt, dass ihre Hauptaufgabe ist, schön auszusehen, während Jungen gefährliche, kluge, aktive Wesen sind, die die Welt verändern. Natürlich kann man jetzt hoffen, das auch dieses Spielzeug so schnell wieder verschwindet, wie es gekommen ist (so wie es mit den Gogos, den Yuh-Gi-Oh-Karten und so vielem anderen war). Allerdings berichten Wirtschaftszeitungen wie „The Street„, dass Mattel mehr als zehn Millionen Dollar in die Entwicklung dieser Figuren gesteckt hat und dass das „Monster High“ Franchise das größte ist, das Mattel jemals gestartet hat. Es ist fraglich, ob sich der Konzern mit einer Eintagsfliege begnügt. Vielmehr ist zu befürchten, dass dieses Produkt eine langjährige Pest werden könnte – die moderne, minderjährige Barbie eben.

Advertisements

15 Kommentare

  1. Karla_Anna · · Antwort

    „Es ist fraglich, ob sich der Konzern mit einer Eintagsfliege begnügt.“

    Es gehören immer zwei dazu. Der Konzern stellt das Zeug her, aber die Eltern kaufen es. Der Konzern hat ausschließlich wirtschaftliches nicht aber moralisches, pädagogisches oder emanzipatorisches Interesse. Muss er auch nicht. Er muss lediglich gewinnorientiert arbeiten. Moralisches Interesse kann nur bei den Konsumenten eingefordert werden.

  2. […] Wieder „ein Spielzeug mehr auf dem Markt, das Mädchen vermittelt, dass ihre Hauptaufgabe ist, schön auszusehen, während Jungen gefährliche, kluge, aktive Wesen sind, die die Welt verändern“ – das ist das Fazit von Dr. Mutti zu Mattels jüngster Produktlinie „Monster High”. […]

  3. Ich würde sagen, dass das ziemlich übertrieben ist. Wer sein Kind richtig erzieht, wie es meine Mutter getan hat/tut gibt es weder Probleme mit Monster-High Puppen, noch mit Barbie. Ich habe meine erste Barbie erst mit 10 Jahren bekommen, nach langen Gesprächen mit meiner Mutter. Außerdem sind kleine Kinder zwar leicht zu beeindrucken und zu manipulieren, aber was macht eine 8-jährige vor dem PC, das ist nämlich die Voraussetzung um die Texte zu lesen! Zum Preis wäre zu sagen, das Spielzeug mit guter Qualität immer teuer ist!
    Mit freundlichen Grüßen, Kräuter Iris Barbara

  4. @ Frau Kräuter: Wer hat denn etwas von 8-jährigen gesagt? Diese fiktive 8-jährige haben Sie eingeführt. Ebenso habe ich fast gar nichts über das Ausmaß der Beeinflussung der Kinder durch diese Puppen geschrieben, sondern lediglich die nicht allzu subtilen Botschaften, die diese Puppen vermitteln, dechiffriert – inwiefern das „übertrieben“ sein sollte, verstehe ich nicht.

    Aber da Sie nun schon mal damit angefangen haben: Ich denke sehr wohl, dass die Botschaft „Mädchen müssen vor allem hübsch sein“, die ja nicht nur Puppen, sondern auch Werbung, Filme und Bücher, und nicht wenige Erwachsene vermitteln, einen Einfluss auf Kinder hat. Ich denke ebenfalls, dass sich auch 10-jährige dem nicht ohne weiteres kritisch entziehen können, nicht einmal mit einer verständnisvollen, emanzipierten und unabhängigen Mutter an der Seite.

  5. Es ist interessant Ihre Sichtweise kennenzulernen. Immer wieder bin ich ein wenig neidisch, dass für euch Frau Scharzer u.a. so gut vorgearbeitet haben. Immer wieder freue ich mich, dass ich hier lebe und den patriarchalen, brachialen Suff des Osten entlaufen bin. Trotzdem sitzt das Eingebläute tief drin. Nun, ich muss damit werden. Aber etwas fragen möchte ich Sie. Sie beurteilen die unnatürliche körperliche Formen der Puppen. Einverstanden, zu sexistisch. Aber z. B. Walldorfpuppen, Legofiguren u.s.w. haben auch unnatürliche Körperformen. Gehen Sie davon aus, dass die Kinder sich eher mit Monsterpuppe, als mit Legofigur identifizieren? Warum sollen sie sich überhaupt mit ausgerechnet dieser Puppe identifizieren? Sie haben ja unterschiedliches Spielzeug.
    Als „vorbelastete“ Mutter möchte ich meine Tochter von Genderprogrammierung hüten, aber als denkende und zweifelnde Person frage ich mich „Vielleicht ist es zu ernst genommen, übertrieben und wir machen aus einer Mücke einen Elefanten?“
    Wäre interessant Ihre Meinung dazu zu lesen, danke))

  6. Diese Puppen haben ja nicht „irgendeine“ unnatürliche Körperform, sondern repräsentieren ein Ideal, das immer und immer wieder in Werbung, Sendungen wie „Germany’s Next Topmodel“, Zeitschriften usw. vorgeführt und mit Erfolg und Sexyness verknüpft wird. Die Leute von Pinkstinks.de, die es sich in diesem Zusammenhang lohnt anzusehen, sehen darin einen (von mehreren) Gründen für gestörte Körperbilder, Essstörungen u.ä. Wenn es Jugendliche gäbe, die denken, sie müssten wie die kastenförmigen LEGO-Figuren aussehen und deshalb Essstörungen entwickeln würden, dann sollte man auch diese Figuren kritisch hinterfragen.

  7. Rebecca Häuser · · Antwort

    Ich muss jetzt einfach mal etwas loswerden.
    Mir geht dieses ganze Kritisieren ziemlich auf die Nerven.
    Klar haben die Puppen unnatürliche Körperformen und sind etwas zu doll geschminkt und so weiter.
    Aber es sind nur Puppen.
    Ich spiele auch mit Barbies und Monster Highs aber hatte noch nie das Bedürfnis mich „aufreizender“ zu kleiden oder sonst etwas.
    Und meine Güte, dieses ganze „Alles ist sexistisch“-Gejammer von irgendwelchen feministischen Frauen ist ja wirklich nur zum Kopfschütteln.

  8. Guten Tag.

    Auch ich als Diplomierter Fachmann werde mich gerne hierzu äußern. Ich kann verstehen, dass diese Puppen bei besorgten Eltern unmut erzeugen und die Sorge um die gesunde Entwicklung der Töchter forcieren.
    Dass dieser Samen jedoch im Nährboden des Feminismus und der bereits zitierten Pinkstinks-Geisterjäger (die dazu neigen alles zu pathologisieren, was nicht ihrem überzogenen ideologisch anmutenden Gesellschaftsbild entspricht – von der fehlenden Wissenschaftlichkeit ihrer Äußerungen mal ganz abgesehen) wächst ist die berühmte Kehrseite der Medallie.
    Zugutehalten muss man Monster High meines Erachtens nach zum Beispiel, dass verglichen mit der Barbie weitaus weniger Identifikationspotenzial gegeben ist, da die Figuren sehr offensichtlich und plakativ überzogen und fantastisch gestaltet sind.

    Die Behauptung, Essstörungen würden aus der Konfrontation mit diesen Puppen resultieren, sind völlig an den Haaren herbeigezogen. Topmodel-Sendungen und aggressives Mode-Marketing mögen die Entstehung dieser Krankheitsbilder begünstigen, die Verantwortung dafür jedoch dort zu verorten spricht diesen Formaten zu viel der zweifelhaften Ehre zu.

    Die Puppen sind und bleiben Geschmackssache, wie es auch Barbie ist und wie es früher He-Man war. Das ist gut und richtig so, denn Spielzeuge sollten auch kritisch hinterfragt werden. So lange dies jedoch nicht auf einer fachlich korrekten und objektiven Ebene geschieht, kann man derartige Diskussionen sogar zugunsten einer Topmodel-Sendung (die ich persönlich übrigens überhaupt nicht mag) ignorieren.

    Viele Grüße.

  9. Fabienne · · Antwort

    Macht sich denn keiner um die Narben etc Gedanken? Meine 6-jährige Schwester kennt noch keine Horrorfilme oder ähnliches und das soll auch erst mal so bleiben.
    Sie versteht es also nicht. Sie findet es jetzt „cool“, wie alle ihre Freundinnen.
    Sie hat jetzt auch son Ding zum Geburtstag bekommen. Von einem Mädchen, das zu ihrer Party eingeladen war. Wir waren nicht begeistert. Sie sehr.
    Die Mädels schminken sich, achten sehr auf ihre Kleidung etc. Für meinen Geschmack viel zu früh.

    Was mir an den Monster Highs gefällt ist die unterschiedliche Hautfarbe von braun über Rosa bis hin zu grün. Sie lernen, dass es keinen Unterschied gibt was das betrifft.
    Aber diese Puppen sind unnatürlich dünn! Seit Jahren wird darüber diskutiert, dass die Barbie zu dünn und in umgesetzten Maßen nicht lebensfähig wäre und dann kommt da eine nicht mal mehr anorexische sondern bereits abgemagert-tote Puppe, die dazu noch teilweise Kleidchen trägt die kaum den Po bedecken.
    Es gibt sogar eine die schreien kann und dabei die Arme hebt und die Augen schliesst – was soll man denn mit der Funktion spielen? Massaker? Angst? Panik?
    Zur schönen Spielfantasien führt es jedenfalls nicht.

  10. Kimmy · · Antwort

    Ich habe auch noch nie einen Horrorfilm gesehen, mag aber die Monster High-Charaktere, style mich auch selbst gern in dem Stil. Aber ich habe keinerlei Ambitionen Horrorfilme zu schauen. Es bleibt bei der Mode.
    Die Kleidung der Puppen ist knapp, ist meine auch. Es ist aber heutzutage nicht mehr Aufgabe der Frau ein überaus gesittetes Äußeres zu präsentieren. Wir brauchen andere nicht zu beeindrucken, verdienen unser eigenes Geld, leben unser eigenes Leben.
    Meine Freundinnen tragen alle mehr oder weniger konventionelle Kleidung, wie die Konzerne sie als Trend proklamieren. Aber die heutige Freiheit sich den eigenen Stil selbst zu wählen ist eine wertvolle Errungenschaft.
    Übrigens sind die Monster High-Puppen zwar überaus schlank, aber haben normale Mädchenbrüste und nicht wie hier im Artikel beschrieben übergroße.
    Wir Mädchen können durchaus unterscheiden, was die Puppen betrifft und was uns. Und für die Kleinen, die noch nicht alt genug sind um zu differenzieren: Die haben auch noch nicht frei am Computer surfen zu dürfen. Da sind die Eltern dann dran. Wer die Erziehung den Maschinen überlässt, hat halt das Nachsehen.

  11. Hallo Dr. Mutti.
    SIE sollten mal die ganze Materie der Monster High analysieren bevor Sie etwas verteufeln was Sie nicht verstehen. Monster High steht für Rassen Verständniss und Gleichheit, Die Körper sind von Teenagern und die Religion eines jeden der mehr als 50 Charaktere wird schlichtweg akzeptiert (sofern ein Charakter eine Religion hat). Auserdem bei Barbie wird eklatanter Schönheits – und Produkt Wahnsinn Zelebriert, und der Schwachsinn einer immer schönen Welt. Bei Monster High hingegen wird auch gelehrt das du was tun musst
    um erfolgreich zu sein, des weiteren: Umweltschutz, Tierliebe und Hilfsbereitschaft sowie
    Kameradschaft. Bei Barbie geht es immer NUR um Barbie und Ihre schöne heile Welt mit Ihren ach so tollen Liebhabern die eh alle Sch……. ausehen.

  12. Ich kann jgoschlers Kritik absolut nachvollziehen: Ich hab mir bereits ähnliche Gedanken gemacht, als ich die Puppen im Geschäft entdeckte. Ich selbst interessiere mich sehr für Puppen und betrachte diese auch als Modeobjekte. Allein die Monster Highs sind selbst nach meinem Empfinden zu dünn und haben meiner Meinung nach wenig im Kinderzimmer verloren.

    Mich erstaunt, dass einige Eltern, die hier munter kommentieren, dies nicht auch als Problem erkennen: Wenn man Mädchen fragt, dann geben viele an, bereits im Alter von 8 oder 9 Jahren das erste Mal an eine Diät gedacht oder sogar schon eine ausprobiert zu haben. Merkwürdigerweise ist genau dies die Altergruppe dieser Puppen. Und nein, der Körper, den diese Puppen suggerieren, ist nicht der von Fünfzehnjährigen: Es mag sein, dass Fünfzehnjährige hager gebaut sind, aber dann sieht man auch Rippen,Wirbelsäulenknochen und Sehnen, modisch ist etwas anderes. Und kaum eine Fünfzehnjährige mit so einer hageren Figur wird dabei eine solche Oberweite vorweisen.
    Es mag sein, dass viele Kinder nur sehr kurzzeitig an den Monster Highs interessiert sind, andere aber mögen diese Puppen fürs Leben prägen.. nicht nur über den Verkauf der Puppen selbst, sondern auch über die entsprechenden, absolut hirnlosen TV Formate. Und sein wir ehrlich: Die wenigstens Eltern kümmern sich groß um das Spielzeug ihrer Kinder und setzen entsprechende Gegentrends. Mir bleibt also der Verdacht, dass sich in Zukunft noch mehr junge Mädchen ein anorexisches Gegenbild suchen… vielleicht nicht mehr in Form eines real existierenden „Pro Ana-Zwillings“, sondern in Form einer Puppe.

    Übrigens halte ich es für vollkommen überzogen, Monster Highs und andere Puppen mit Legofiguren zu vergleichen. Alles wäre gut, wenn kleine Mädchen vorwiegend mit Lego spielen würden, denn das Produkt richtet sich nicht gezielt an Mädchen und versucht daher auch nicht, diesen ein bestimmtes Bild zu suggerieren. Man beachte daher, dass es ewig gebraucht hat, bis Lego mal daran dachte, pinke Bausteine herauszubringen. ;D

  13. Ich habe schon so einiges an Kritik zu den MH gehört, muss da aber in vielen Punkten widersprechen.
    Sicherlich, die Figur mag unrealistisch sein, allerdings verleiht sie den Puppen ein außergewöhnliches Aussehen und lässt sie aus der Menge der blonden, grinsenden, pinken Barbies herausstechen.
    Aber, und hier kommt meine (lieb gemeinte) Kritik an die Ihre, es muss betont werden, dass die „freaky flaws“, das individuelle Aussehen, etc. jeder Puppe einen eigenen Charakter geben, der von den anderen Monstern akzeptiert und wertgeschätzt wird.
    Ich finde also, dass MH in gewisser Weise Toleranz, Akzeptanz (sowie die fremden Makel, als auch die eigenen betreffend) und Individualität vermittelt. Werte, die in unserer heutigen Gesellschaft oftmals untergehen.

    Als Mutter gehört natürlich auch dazu, ihre Kinder über gewisse Stereotypen aufzuklären, ihnen mitzuteilen, dass sie keineswegs wie eine Puppe aussehen müssen, usw. Ich muss an diesem Punkt gestehen, dass ich über das Muttersein nicht viel bis gar nichts sagen kann, da ich „erst“ 19 bin.
    (In Bezug auf die Puppen vielleicht „schon 19“ :D)

    Vielleicht sollte man mit den Puppen nicht gerade kleine Kinder ansprechen. Aber mir ist ohnehin aufgefallen, dass sich vorwiegend Jugendliche für sie interessieren.

    Mit den neuen „süßen“ Gesichtern aus der „Kind Monster“-Kollektion werden sie nun jedoch vor allem den jüngeren, buchstäblich, entgegenlächeln.

    LG Anna

  14. Hallo, als Ich heute Anna`s Kommentar Lass war Ich begeistert.
    Endlich mal eine Junge Frau die, die selbe Meinung vertritt wie Ich und auch gehört wird.
    Was mich jedoch zu diesem Kommentar treibt ist das hier immer nur über denn „Sexismus“
    in diesem Genre geredet wird.
    Leute es sind nur Puppen, und Außerdem darf man den Aspekt der Geschichtlichen Hintergründe, Eines jeglichen Charakters der MH nicht außer acht lassen.
    Viele der Schülerinnen und Schüler stammen von Wesen der Landes Mythologien Weltweit ab.
    Deuce Gorgon ist der Sohn von Medusa (Griechenland)
    Cleo de Nile ist die Tochter einer Pharao Mumie (Ägypten)
    Lorna McNessie ist die Tochter des Loch Ness Monsters (Schottland)
    Draculaura ist die Tochter von Vlad Tcepesh (Dracula)/(Rumänien)
    Clawdeen Wolf ist die Tochter eines Werwolf (Deutschland)
    Rochelle Goyle Ist die Tochter eines Wasserspeiers(Gargoyle)/(Frankreich)
    usw. usw. usw.
    Und dann ist da noch der Aspekt der Überzogenheit:
    Seht euch die Filme mal an, die Mädels Machen eine Reise nach Paris und fragen sich ob 40 Paar Schuhe reichen, für 5 Tage, HALLO kein Mädchen egal welchen alters würde sowas in die Realität übernehmen.
    Deswegen finde Ich sollten einige Leute einfach mal durchatmen und sich mit Der gesamt Thematik von MH befassen und nicht nur das Schlechte sehen sondern auch Das Lehrreiche.

  15. Also bei einigen der Kommentare hier wird es einem ja anders…klar, die nervige Sexismus-Schiene wieder…und kein Wunder, dass sich hier auch einige Männer zu Wort melden, um dem ganzen „Spuk“ Einhalt zu gebieten…ich kann der Verfasserin des Textes nur Recht geben! Man muss sich nur einmal die Zahlen der essgestörten jungen Mädchen ansehen, dann sieht man, wie „wenig“ Einfluss das alles hat…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: